Aus der Jungle World No. 13/ 2011

Von Kairo über Teheran zurück ins irakische Nassiriyah in der Ära Saddam Husseins: Oliver M. Piecha stellt drei literarische Neuerscheinungen vor, die helfen können, die Lage im Nahen Osten besser zu verstehen.

Die jüngsten Vorgänge in der Welt des Nahen Ostens haben wieder einmal bewiesen, dass weder so genannte Experten noch Geheimdienste besonders hellseherisch veranlagt sind. Alle erklären die Dinge immer nur im Nachhinein. Womöglich lesen sie einfach zu wenig Literatur. Denn hier werden zwischen Buchdeckeln tiefere Wahrheiten über Gesellschaften, Revolutionen und Proteste preisgegeben als in einem »Nachrichtenticker«.

So auch in Chalid al-Chamissis Roman »Im Taxi«, der aus 58 Miniaturen besteht und die Kairoer Taxifahrer zu Wort kommen lässt, bei denen der Erzähler eingestiegen ist. Den Rest des Beitrags lesen »

Eine neue Dimension

24. Februar 2011

Aus der Jungle World No. 8/ 2011

Wie immer man die einzelnen Revolten in den arabischen Autokratien beurteilen mag, die Entwicklung ist unbestreitbar revolutionär. Die Bedenkenträger begreifen nicht, was gerade im Nahen Osten passiert.

Der Nahe Osten befindet sich in einem gewaltigen Umbruch. Dieser hat nicht erst vor vier Wochen begonnen und er wird nicht in vier Wochen enden. Angefangen hat er spätestens mit dem Sturz von Saddam Hussein, danach folgten erste demokratische Massenbewegungen im Libanon und im Iran, die jedoch wieder stagnierten oder in Terror und Konfusion umschlugen. Seit dem Abflug von Ben Ali aus Tunesien jedoch gibt es offensichtlich kein Halten mehr, und nach dem Abgang Mubaraks bleibt nur noch die Frage, was denn noch undenkbar sein könnte in dieser Region. 40 Jahre Gaddafi? Abgehakt. Wie wird der Nahe Osten in einem Jahr aussehen, in zwei oder auch in vier Wochen? Und wer weiß, wie weit die Erschütterungen mittelbar noch reichen werden, bis in das subsaharische Afrika oder gar nach China?

Sind es Revolten, Aufstände, Proteste, die wir da beobachten, oder gar Revolutionen? Sofort wird von manchen eingewandt, nein, Revolutionen seien das nicht, nicht ohne Wechsel des Systems, nicht solange nur Personal ausgetauscht wird, und überhaupt, man wisse nicht so recht, und zum Schluss reden sowieso immer alle nur über die Muslimbrüder. Man könnte mit Amir Taheri auch etwas spöttisch die Frage stellen, ob es sich etwa im Fall Ägyptens nicht vielmehr um den Versuch handele, aus einer alten Revolution endlich einen Ausweg zu finden. Es bleibt sich gleich, zum Abschied von den Ideologien des vergangenen Jahrhunderts gehört es auch, dass die spezifische Benennung der Vorgänge zwischen Tunis und Teheran ziemlich irrelevant ist. Und ob man nun in Europa mahnt, rät, ablehnt, zustimmt oder ignoriert – es passiert trotzdem. Entscheidend ist, dass Menschen in Sana’a, Bengasi und Manama für sich Demokratie, Freiheit und ein Ende ihrer Unterdrückung einfordern. Eigentlich ist das nicht so schwierig zu verstehen. Den Rest des Beitrags lesen »

Von Tunis nach Teheran

14. Februar 2011

Ein langer Weg, aber nicht unendlich.

Watch out for the Jungle Blog!

Zu den Wikileaks-Dokumenten wäre noch zu ergänzen: außer Klatsch und Stilfragen bieten sie auch irritierende Materialien für die Vorurteilsforschung. Warum verhalten sich Menschen eigentlich in Wirklichkeit so, wie man es von ihnen erwartet, wobei diese Erwartungshaltung doch nur auf purem Ressentiment und der kritiklosen Übernahme von Stereotypen beruht? Warum inszenieren sich lateinamerikanische Staatsmänner im Sinne ihres machismo als starke Jungs beim diplomatischen Festbankett (Hey komm rüber, wenn Du dich traust – Ne, komm Du doch rüber), und warum führt der Wüstensohn sein ganz persönliches Psychodrama um verletzten Stolz als Spiel um das Schicksal von unzähligen Menschen auf?
Da standen also im November und Dezember letzten Jahres ein paar Metallboxen auf einem libyschen Feldflughafen herum. Den Rest des Beitrags lesen »

Haben Sie sich heute schon Gedanken über Religion gemacht? Zum Beispiel den Islam? Was? Wieso bloß nicht? Also jetzt aber schnell die Frankfurter Rundschau zur Hand genommen: Mit diesem Beitrag eröffnen wir eine Serie über die Geltung der Menschenrechte und ihr Verhältnis zum Religiösen – Anfechtung oder Bestätigung?

Vielleicht beharren Sie darauf, daß Sie die Idee der Menschenrechte ziemlich in Ordnung finden, aber der Islam Sie in diesem Zusammenhang überhaut nicht interessiert? Vielleicht interessiert er sie auch in anderen Zusammenhängen nicht sehr, womöglich genausowenig wie der Buddhismus oder der Cargo Cult oder die Wotansverehrung, aber dann haben Sie eben nur Glück gehabt. Denn wären Sie „Muslim“, dann müßte die Frage Sie interessieren. Ja, dann muß sie das. Keine Chance zu entkommen. Das findet offensichtlich auch die Rundschau. Denn wenn Sie “Muslim” sind, dann Sie irgendwie anders als die anderen. Doch, ist angeblich so.

Die Frage, ob der Islam mit den Menschenrechten vereinbar ist oder nicht, stellt sich heute allerorten.

Eben. Ob an einer amerikanischen Universität, wo Abdullahi Ahmed An-Na’im, ein liberaler Islamreformer, der Autor des FR-Beitrages, lehrt, oder in der Redaktion der Rundschau, in Folterkellern zwischen Casablanca und Karatschi, oder auf dem Mars – wenn es denn dort Muslims gäbe – überall stellt sie sich, diese Frage, wo ein „Muslim“ ist. Armer Muslim. Den Rest des Beitrags lesen »

Aus der Zeitschrift Phase 2, Nr. 37

Über partikulare Interessen und universelle Werte in der Diskussion um internationale Interventionen

Der Geruch, die Geräusche? Ob die Frauen geschrien haben beim Verbrennen? Oder saßen sie nur stumm in den Flammen, selbstzufrieden, mit sich und der Welt im Reinen, sogar glücklich, weil sie ihrer ureigenen kulturellen Auffassung vom Weg, den eine treue Witwe mit dem verstorbenen Ehemann teilen sollte, so beredt bzw. schweigend beredt Ausdruck geben konnten. Vielleicht haben sich aber auch bloß die männlichen Verwandten beim Anblick so einer brennenden Witwe über ein größeres Erbe gefreut, zumindest in Bengalen, wo die Frauen auch volles Erbrecht besaßen und wo das Zeremoniell der rituellen Witwenverbrennung Anfang des 19. Jahrhunderts besonders virulent war.

Jedenfalls solange bis die koloniale Unterdrückungsmaschinerie zuschlug. Als sich eine Abordnung hinduistischer Würdenträger bei einem englischen General über die Missachtung ihres traditionellen Brauchtums und ihrer angestammten Kultur beschwerte – die Witwenverbrennung war gerade von der Besatzungsmacht verboten worden – bekam sie vom General zur Antwort: »Es ist euer Brauch Witwen zu verbrennen. Nun gut. Wir haben auch einen Brauch; wenn Männer Frauen verbrennen, legen wir eine Schlinge um ihren Hals und hängen sie auf. Ihr mögt euren Gebräuchen folgen – so wie wir auch.« Den Rest des Beitrags lesen »

Orientalisches Lesefutter

15. Februar 2010

aus der Jungle World No. 6/2010

Dr. Fattah scheint es gut zu gehen, er ist ein wohlhabender Mann, der ein wenig Fett angesetzt hat. In Teheran besitzt er eine Klinik, in deren Untergeschoss er Jungfernhäutchen »repariert«. Dr. Fattah ist ein wenig schmierig, kann sich aber, wenn’s drauf ankommt, auch ganz jovial geben. Eigentlich ist er gar kein Arzt. Ein Mal pro Woche trinkt er mit seinen Freunden in der Sauna schnell ein paar Whisky, bevor der »Hadschi« kommt, der Vorgesetzte. Dr. Fattahs eigentlicher Job und die Quelle seines Reichtums wie seines gesellschaftlichen Aufstiegs ist seine Tätigkeit als Agent des Geheimdienstes. Am Anfang, in den ersten Jahren der Islamischen Republik, hat er »Fangschüsse« im berüchtigten Evin-Gefängnis setzen müssen, nun beseitigt er vorbeugend einzelne Oppositionelle, mal demonstrativ, mal verdeckt.

Diese Geschichte wird in dem Roman »Teheran Revolutionsstraße« von Amir Hassan Cheheltan erzählt. Dr. Fattah verliebt sich in eine seiner jungen »Patientinnen«, sie erinnert ihn an seine Jugend. Er nebelt sich mit Rosenwasser ein, verspürt auch endlich wieder eine richtige Erektion, er will das Mädchen heiraten. Nachdem er die junge Frau zum Beischlaf genötigt hat, macht er ihr das Angebot, ihr Hymen erneut wiederherzustellen. Dr. Fattah ist Repräsentant der Islamischen Republik Iran mit allen ihren Widerwärtigkeiten und Widersprüchen, ebenso wie sein Konkurrent in der Brautwerbung, der junge Mustafa, der ein aufstrebender Folterer im Evin-Gefängnis ist. Cheheltan zeichnet so anhand der Stimmen und Erinnerungen seines Romanpersonals zwei Dekaden blutiger iranischer Geschichte seit der Revolution von 1979 nach.

Etwas Ähnliches unternimmt Mahmud Doulatabadi mit seinem gleichfalls 2009 als Erstveröffentlichung auf Deutsch erschienenen Buch »Der Colonel«. Doulatabadi konzentriert sich in seinem Roman allerdings auf die Revolution selber, insofern ergänzen sich die beiden Werke sehr gut. Der Protagonist ist ein gebrochener alter Offizier des Schahs. Anhand der Biografien seiner Kinder werden verschiedene Stationen der Revolution geschildert. Ein Sohn wird als linker Aktivist in den frühen Tagen der Revolution erschossen und gilt erst als Märtyrer, dann als fehlgeleitet; ein anderer ist Kommunist und verlässt das Gefängnis des Schahregimes als gebrochener Mensch, um fortan im Keller des Hauses dahinzuvegetieren, hier wird er von seinem ehemaligen Folterer besucht und weiterhin erniedrigt.

Der jüngste Sohn fällt als »Märtyrer« im Krieg gegen den Irak, und sein Begräbnis wird vom Schwiegervater des Colonels, einem windigen Funktionär des neuen Regimes, propagandistisch groß aufgezogen. Ausführlich geschildert wird eine Regennacht, voller Schlamm und Düsternis, in der der alte Colonel die Leiche seiner jüngsten Tochter bei der Staatsanwaltschaft abholen muss, um sie ohne Aufsehen noch vor Morgengrauen anonym zu beerdigen.

In beiden Romanen wird eine Atmosphäre des alltäglichen Terrors und der gesellschaft lichen und menschlichen Zerrüttung beschworen. Was von den Menschen bleibt, ist ein Kleiderbündel oder ein Massengrab an einer Landstraße oder der zerfetzte Leichnam eines Märtyrers, auf dessen Rumpf man für die Bestattung einen falschen Kopf gesetzt hat. Nimmt man Doulatabadis und Cheheltans jüngste Romane zum Maßstab, dann ist klar, dass das Fundament der Islamischen Republik unrettbar morsch geworden ist.

Es bietet sich an, die beiden beeindruckenden Bücher mit einem ebenfalls auf Deutsch erschienenen Roman zu vergleichen. Mohammed Hanifs Roman »Eine Kiste explodierender Mangos« spielt in Pakistan und spinnt rund um das – historische – Attentat auf den damaligen Miliärdiktator Zia ul-Haq 1988 eine Geschichte voller Verschwörungen, die mehr zum Verständnis des desolaten Zustands Pakistans beiträgt als die meisten Sachbücher zum Thema.

Wie im Nahen Osten mit der Islamischen Revolution von 1979 und dem folgenden Iran-Irak-Krieg (1980–1988) die Saat für die derzeitige Malaise der ganzen Region ausgebracht wurde, so wurden damals unter Zia ul-Haq in Pakistan die Weichen in Richtung Islamisierung gestellt. Grandios ist allein schon Hanifs Schilderung einer Kabinettssitzung mit dem bigotten Präsidentengeneral und seinen servilen Ministern, die sich verkatert abmühen, einander im Zitieren von Koranversen zu überbieten, um sich gleichzeitig insgeheim zu fragen, ob der Chef jetzt endgültig durchgedreht ist. Der Journalist Hanif zeigt in seinem mittlerweile preisgekrönten Roman, wie nach dem Rückzug der Sowjets aus Afghanistan und dem scheinbaren Sieg des Westens die Geschichte des Landes verpfuscht worden ist. Wobei es zum Vorzug von Hanif gehört, dass er es schafft, seiner Erzählung eine satirische Form zu geben, die tatsächlich brüllend komisch ist. Die Form der Groteske erlaubt einen genauen Blick auf gesellschaftliche Zustände, in denen Folter und Repression, aber auch permanente Sexualnot als pure Selbstverständlichkeiten erscheinen. Wie in den beiden Iran-Romanen geht es auch in »Eine Kiste explodierender Mangos« um das Fehlen der Väter. Es geht um Väter, die nie wirklich da waren und an den Modernisierungsbestrebungen nach dem 2. Weltkrieg allenthalben gescheitert sind. So wie die Väter scheitern nun auch die Söhne, die den Zerfall der Traditionen und Institutionen hilflos erleben, die so sinnlos wie elend umkommen oder gleich noch schlimmere Zustände als die vorangegangenen miterschaffen.

Was die drei angeführten Romane besonders auszeichnet, ist ihr penibler Blick auf gesellschaftliche Zustände und Entwicklungen. Sie sind entweder unendlich düster wie Doulababadi oder fast schon heiter wie Hanif. Sie sprechen über verheerte Länder und unmögliche Zustände, über Heuchelei und Korruption, über Schuld und Verstrickung. Sie sind politisch so aktuell wie literarisch zeitlos.

Amir Hassan Cheheltan: Teheran Revolutionsstraße. P.-Kirchheim-Verlag, München 2009, 208 Seiten, 22 Euro

Mahmud Doulatabadi: Der Colonel. Unionsverlag, Zürich 2009, 222 Seiten, 19,90 Euro

Mohammed Hanif: Eine Kiste explodierender Mangos. A 1 Verlag, München 2009, 383 Seiten, 22,80 Euro

Reichssender Teheran

6. Februar 2010

In dieser vernetzten Welt der globalen Kommunikation gibt es vergessene Winkel – altfränkisch möchte man sie wahrhaft nennen -, in denen die Zeit stillsteht. Der Duft eines vergangenen Jahrhunderts entströmt ihnen authentisch, konserviert wie in einem Einmachglas. Wäre man Kulturanthropologe oder gar Ethnologe und auf der Suche nach einem Magisterthema, man könnte wohl jauchzen vor Glück. Unverfälschtes Brauchtum, von Jahrzehnten der Zivilisierung verschont, Autochthone, die noch ganz bei sich selber sind. Hier können sie sich ganz zwanglos äußern, hier gewähren sie Einblicke in tiefste unberührte Schichten. Hier, beim Hörerstammtisch der Deutschen Welle des Iranischen Staatsrundfunks:

Bismillah-ir-rahman-ir-rahim

Am heutigen Hörerstammtisch wird es keinem langweilig werden. [...]

Die Ablichtung eines Artikels über das Für und Wider der Strafbarkeit revisionistischer Äußerungen im Zusammenhang mit dem Phänomen „Holocaust“, der in dem vom Deutschen Rechtsschutzkreis herausgegebenen Mitteilungsblatt „Recht und Justiz“ Nr. 1/2009 erschienen ist, legt Dieter Nagel aus Kiel seinem Brief an Radio Teheran bei. [...]

„Dresden im Schnee“ – so heißt eine Gemäldereproduktion von der Dresdener Morgenpost, die sich Peter Leder für seinen Gruß an Radio Teheran ausgesucht hat.

„Liebe Freunde“, steht darauf,

ich möchte all Euren Menschen in Zukunft alles Gute wünschen. Haltet durch gegen die Anfeindungen der westlichen Welt und die, die keinen Frieden wollen, gegen Lügen und Diskriminierungen!

Wir sind dafür, daß Euer stolzes Volk in Glück und Gesundheit leben kann.

Euer Peter,

ein Freund derer, die überwacht und diskriminiert werden,

ein Freund derer, die gegen Bevormundung auftreten, und:

ein Freund der Länder, die der Welt Geschichte gegeben haben.

Alles Schöne und Frieden für Iran! [...]

Eine Vase mit bunten Blumen aus dem Schwabenland wurde uns dann noch von Martina Pohl auf den Tisch gestellt, und dazwischen tollen zwei Meerschweinchen aus Grafing herum – das sind Leo und seine neue Leonore, die Lieblinge von unserem oberbayrischen Hörerfreund Werner Schubert. [...]

Gespannt sind wir auf das neue „Jahrbuch für das Erzgebirge“, das unterwegs nach Teheran sein soll. [...]

Wer in diesem Winkel Deutschlands an der tschechischen Grenze zu Hause ist, der ist stolz auf seine Heimat, stolz auf die Traditionen und stolz auf die Vielfalt der kunsthandwerklichen Produkte, die man hier schon seit Hunderten von Jahren in Privatarbeit, kleinen und größeren Betrieben herstellt und von deren Verkauf – besonders anläßlich der Erzgebirgsweihnacht – so manch ein kleiner und größerer lokaler Betrieb leben muß. Er möchte, daß sie beachtet werden, das ist doch verständlich! Schließlich sind sie ein Stück der unverwechselbaren, aber leider immer mehr in Vergessenheit geratenden deutschen Identität. [...]

Bei den zahlreichen Posteingängen darf ich nicht die Mossbergs aus Schweden vergessen, sonst ist in Nordgermanien gleich wieder der Teufel los… [...]

Und nun noch einmal tief Luft geholt, denn jetzt komme ich zu einem Bücherwurm und einem Berg von Büchern, den er vor „Uns und unseren Hörern“ auftürmt: Bücher über Atlantis, das Bermudadreieck, den Tag, an dem die Götter starben und die Geschichte eines Zauberers. [...]

Allah wird immer und ewig sein, denn seine drei Worte ‚Es werde Licht‘ haben dieses Universum aus dem Nichts erschaffen und werden es auch zu Nichts verbrennen lassen.

Nun können wir auch begreifen, wie klein wir alle sind, aber auch, von welcher Güte und Liebe wir profitieren.

Natürlich – wir werden bei unseren Forschungen immer nur im Vorhof Allahs enden und nie die ganze Erkenntnis erreichen. Selbst wenn, dann könnten wir sie nicht verstehen und deuten.

Euer Freund in Rechtsupweg,

Wilfried Hofmann. [...]

Die Zeit drängt; wir müssen auseinander gehen. So überlasse ich das Mikrophon den Kollegen und sagen ganz schnell noch:

Ade.


Was Zahlen nicht zählen

1. Oktober 2009

Aus der Jungle World No.4o zum Schwerpunktthema Geschichte ist nicht schwarz-weiß. Antirassismus und Opferkonkurrenz

Haben die Italiener den Zweiten Weltkrieg angefangen? Erklärt der Kolonialismus, warum deutsche Panzer an der Wolga standen? Taugen 1 600 tote Dänen zum Sinnbild des Eurozentrismus? Und wie eurozentrisch ist eigentlich die Fixierung auf den Holocaust?

Ein bekannter Vertreter postkolonialen Gedan­ken­guts hat jüngst in mehreren Interviews seine Forderung erneuert, die westlichen Medien sollten ihren Fokus erweitern und den Opfern des Holocaust nicht mehr länger gesonderte Aufmerksamkeit beimessen. »Da gibt es so viele historische Ereignisse, sehr ähnliche historische Ereignisse. Warum soll gerade dieses eine so besonders wichtig sein? Im Zweiten Weltkrieg wurden 60 Millionen Menschen getötet, warum konzen­trieren wir uns auf diese eine spezielle Gruppe?«

Wenn er den Holocaust gerade einmal nicht gänzlich leugnet, dann stellt Mahmoud Ahmadinejad also die Frage nach der Relativität und Relevanz der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg. Und nicht nur er: Den Rest des Beitrags lesen »

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